Ooops – missing updates

October 28th, 2011

Ich habe ja kurz vor Schluß aufgehört. Das wird noch nachgeholt, versprochen. (Kurzfassung: Donnerstag gewandert, Freitag im Regen, und gerade vor dem großen Gewitter, zurückgekommen. Unterwegs Lama-Ladys getroffen, sehr interessant. Dann noch einen Tag ausspannen, endlich mal Wolken zum Sonnenuntergang, dann zurück. Bilder sind auf Facebook.

Und heute geht es nach Nepal.

North Peak, Yosemite National Park, California, US

September 5th, 2011



North Peak, Yosemite National Park, California, US

Originally uploaded by Xindaan

I have been absent from flickr for a while, the reason were landscapes like this. :)

I spent a few weeks in the Sierra Nevada (again) and had a wonderful time. While the sky didn’t have as much clouds as I would have liked, it was better than permanent rain, so I’m not going to complain. :)

This specific picture involved getting up from the campground at Tuolumne Meadows at 4:00 am, driving to Saddlebag Lake and then hiking in the dark to Greenstone Lake, setting up the camera, witnessing the earth shadow lowering, seeing the alpenglow starting – and then almost forgetting to take pictures because it was so beautiful. :) I am still glad that I remembered that, in the end, though.

Mittwoch, 24.8.

August 29th, 2011

Mein Wecker klingelt zum Sonnenaufgang, und ich mache mich auf, um zu fotografieren. Folgende Strategie habe ich mir bzgl. meines Bauchproblems überlegt: Sobald er sich irgendwie bemerkbar macht, wird sofort eine Immodium genommen. Ich hoffe, das funktioniert so.

Ich versuche wieder, die Wildblumen einzufangen. Moskitos nerven, aber DEET hilft. Als ich wieder zum Camp zurückkomme, ist Ron auch schon wach. Wir (d.h. er) essen in Ruhe Frühstück, danach bauen wir die Zelte ab und ziehen weiter. Der Weg zum Bishop Pass ist schön. Man kommt an weiteren Seen vorbei, während die Vegetation immer karger wird, schließlich läuft man nur noch auf Steinen (und zum Teil Schnee).

Es fehlt auch hier wieder die Möglichkeit einer Größenabschätzung, und der Weg ist länger, als ich erst dachte. Man wird trotzdem immer wieder durch tolle Aussichten belohnt. Oben angekommen, hat man eine tolle Aussicht in beide Richtungen. Zum Dusy Basin ist es dann nicht mehr weit, und vor allem geht es bergab. Unterwegs begegnen wir zwei Deutschen aus Konstanz, die bis nach Mammoth Lakes wollen. Nicht schlecht.

Das Dusy Basin selbst ist sehr schön. Karge Vegetation, aber immerhin vorhanden inkl. kleiner Bäume, und generell gut durchmischt mit Wasser, in dessen Nähe man dann auch Gras findet, großen Felsblöcken und tollen Aussichten. Wir finden einen sehr schönen Platz für unsere Zelte, einigermaßen windgeschützt, schattig ab Nachmittag, und ein großer Stein mit ebener Auflagefläche, die sich z.B. als Tisch eignet.

Es sind viele Wolken da, das ist schön. Wir laufen ein bißchen kreuz und quer im Dusy Basin rum, und ich mache ein paar Tagfotos. Mich beeindrucken die Berge, sehr coole Formen. Parallel sehenwir immer wieder, wie ein Hubschrauber die North Palisade anfliegt. Von entgegenkommenden Wanderern hatten wir schon gehört, daß gestern jemand verunglückt sei, und seine Kletterkameraden Hilfe geholt hätten. Der Hubschrauber kommt immer wieder, um schließlich am späten Nachmittag offenbar erfolgreich zu sein.

Wir unterhalten uns relativ viel, über alles mögliche. In vielem haben wir ähnliche Ansichten, das ist sehr angenehm. Es ist aber auch sehr interessant, mal ausführlich mitzukriegen, wie sich Denkweisen in einem anderen Land entwickeln bzw. darstellen. Das ist tatsächlich mal ein angenehmenes Gespräch über Politik, und eigentlich merkt man erst später, daß man sich gerade über Politik unterhält, was ich normalerweise vermeide.

Gegen Abend machen wir uns nochmal auf den Weg zum Fotografieren. Dummerweise sind wir vom Pech verfolgt, und die Wolken verziehen sich schon wieder vorher, und zwar komplett. Sehr ärgerlich. Trotzdem bleibt die Umgebung natürlich wunderschön.

Unterwegs treffen wir einen Ranger, den wir zur Rettungsaktion befragen. Offenbar was ernsteres, der Hubschrauber konnte den Bergsteiger schließlich retten, er mußte anschließend zum Flughafen Bishop gebracht werden, damit er in ein Spezialkrankenhaus geflogen werden konnte. Nicht schön. (Online habe ich bisher noch nichts gefunden.)

Abends im Zelt kann ich nicht gut einschlafen – was sich als gut herausstellt, denn ich schaue nochmal raus und sehe einen bombastischen Sternenhimmel. Also wieder anziehen und durch die Gegend tapsen und Fotos aufnehmen. Und für den nächsten Tag merken, daß man sich darauf ein wenig besser vorbereiten sollte…

Was neues aus Kategorie “Das sind Dinge, von denen ich gar nichts wissen will”:

Die Immodiums scheinen zu wirken, dafür ist endlich mein Zeigefinger besser. Im Yosemite NP, vor ungefähr anderthalb Wochen, habe ich mir irgendeinen Splitter unter den Fingernagel gezogen. Inzwischen hatte sich immer mehr Eiter gebildet, es herrschte großer Druck, der Finger tat schon beim Anfassen weh (und den Zeigefinger braucht man oft!), und heute ist endlich alles rausgekommen. Sehr angenehm. Sieht jetzt aber ganz schön krass aus, ein richtiges Loch vorne.

Dienstag, 23.8.

August 29th, 2011

Da war er also, der große Tag. Heute sollte der längste Backpacking-Trip dieses Urlaubs beginnen. Bisher waren es ja immer Einzelübernachtungen. Jetzt planen wir für drei Nächte, vier Tage. Das Backpacking möchte ich zusammen mit Ron machen, den ich im Mai hier kennengelernt habe. Zwei Wochen zuvor hat er die Evolution Loop mit seinem Sohn gemacht, das war sehr toll, wenn auch noch ziemlich schneeig (beim Muir-Pass mußten sie vier Meilen über Schnee queren, z.T. gefährlich mit Schneebrücken).

Den Morgen lasse ich mir jedoch nicht nehmen, und gehe noch zu einem Sonnenaufgangs-Shooting. Ich habe einen Hügel gefunden, von dem man die Höhenprofile der Umgebung besser verstehen sollte. Aus den typischen Fotos aus Bishop Richtung Sierra Nevada geht m.E. nicht so deutlich hervor, daß die Buttermilks selbst schon sehr stark ansteigen. Von einem erhöhten Standpunkt aus sowie seitliche Betrachtung könnte das besser klappen. Leider werde ich von einem Stacheldrahtzaun überrascht, den zu überwinden mich einiges an Zeit kostet, so daß ich zum Sonnenaufgang nicht oben auf dem Hügel bin. Trotzdem zwei Photos unten zur Indikation.

Parallel merke ich, daß meine Digestivprobleme weiterhin bestehen, und nehme zurück im Hotel sofort zwei Immodiums. Hier wird zurückgeschlagen. Gegen 9 Uhr ruft mich Ron an, er war schon vorzeitig beim Wilderness Office und hat tatsächlich einen Permit für drei Nächste für den Bishop Pass Trail erhalten können. Super, auf geht es. Ron parkt seine Nicht-Backpacking-Sachen bei mir im Hotel (ein wenig dekadent, daß ich mein Zimmer weiterzahle quasi nur zum Sachenaufbewahren, aber ich habe weiterhin keinen Bock, Laptop etc. im Auto aufzubewahren, wenn ich das nicht regelmäßig kontrollieren kann), und dann fahren wir mit seinem Auto (gegen das mein SUV wie ein Polo wirkt) zum South Lake, wo sich der Trailhead befindet.

Von dort wandern wir gleich los. Ziel ist es, einen der Seen anzusteuern, die sich noch vor dem Bishop Pass befinden. Diesen (11.972 ft = 3.650 m) überqueren wir dann am Folgetag, und gleich dahinter folgt das Dusy Basin. Hintergrund ist, daß Ron sich erstmal wieder an die Höhe gewöhnen möchte, was sehr sinnvoll ist. Wir wandern den sehr schönen Weg und beschließen am Long Lake (3,278), uns dort unseren Zeltplatz zu suchen. Wir finden auch einen recht schönen. Wieder leicht erhöht (die Seebecken sind Kältesenken) und ein wenig Abstand vom Wasser ist auch nicht ganz blöd wegen der Moskitos. Nach Aufbau der Zelte scouten wir ein wenig die Gegend nach photogenenen Punkten aus. Dabei stoßen wir auf große Wildblumenfelder, die alles, was ich bisher in diesem Urlaub gesehen habe, in den Schatten stellen. Wunderschön. Am Abend ziehen wir schließlich los, um Photos zu machen.

Dieses Mal habe ich auch mein Stativ wieder dabei, und das Schleppen fand ich gar nicht so schlimm. Entweder Training oder Akklimatisierung. Ich hoffe natürlich Training. Leider haben wir ein wenig Pech, als daß sich die Wolken, die sich tagsüber gebildet haben, verziehen, mit richtig schlechtem Timing. Meine Sitzung bei den Wildlbumen wird daher abgekürzt, und ich eile den Wolken hinterher, um wenigstens ein einziges Mal ein Foto mit Wolkenhimmel zu kriegen. Allerdings ziehen sie immer weiter und es ist klar, daß sie zum eigentlichen Sonnenuntergang auch weg sein werden.

Zusätzlich wird meine Session noch durch andere Aspekte gestört, neben Moskitos vornehmlich mein Bauch, der sich deutlich bemerkbar macht. Das schlägt auf meine Motivation durch, und ich breche vorzeitig ab und gehe zum Zelt zurück. Wie sich herausstellt, mit passendem Timing.

Aus der Kategorie: “Das sind Dinge, von denen ich gar nichts wissen will”: Mein Bauch gibt auf, und das ist, mit allen Deutungen, die man sich ausdenken mag, richtig Scheiße. Schön, daß man sein Schäufelchen dabei hat für die geforderten Löcher mit 6 Zoll Tiefe – und irgendwie kriege ich die sogar noch gebuddelt, trotz des steinigen Untergrunds. Meine Konsequenz ist, daß ich ab jetzt durchgängig Immodium nehme bis der Trip vorbei ist. Mal schauen, wer gewinnt. Auf jeden Fall fühle ich mich jetzt weniger schreckhaft in Bezug auf November…

Hier kommen noch Bilder hin – der Upload am Flughafen dauert aber sehr lange. Bilder werden nachgeliefert. (Und keine Angst, keine Fotos vom letzten Absatz.)

Samstag, 20.8., Sonntag, 21.8. und Montag 22.8.

August 29th, 2011

Nach dem White Mountain Peak war wieder Entspannung angesagt. Ein Day Hike ins Little Lake Valley. Sehr schön. Diverse Seen, Wald, und aktuell gibt es überall Wildblumen. Sehr schön. Sehr lustig fand ich die Hunde. Ausnahmslos schienen bei allen irgendwelche Instinkte wach zu werden, und sie mußten in die Seen springen. Kommandos galten da nicht mehr, da wurde an der Leine gezerrt wie blöd. Sehr süß.

Ich bin bis zum Morgan Pass gelaufen. Insgesamt waren es 15,7 km. Zwischendurch habe ich mich auf große Steine beim Chickenfoot Lake gelegt. War sehr entspannt und ruhig, bis eine große Wandergruppe kam, die offenbar viel Spaß hatten. Dann haben sie ein Gruppenfoto gemacht und mich gefragt, ob ich auch mit drauf will. Warum nicht? “Hey, we got a new photo buddy!” Die waren total begeistert, daß ich da mitgemacht habe. Tja, irgendwo existiert jetzt ein Foto von mir, über das ich eine Kontrolle habe. Tourist Guy…

Sonntag morgen bin ich gleich nochmal hin zum Sonnenaufgang. Sehr schön, aber ich werde nach Möglichkeit nochmal hin, weil ich mit dem Sunrise-Spot nicht ganz zufrieden war.

Den Rest des Sonntags habe ich dann zu Hause verbracht. Ohne ins Detail zu gehen, haben sich seit Samstag “digestive problems” eingeschlichen. Da bin ich gerade gegroundet. Montag ging das so weiter. Ich habe mir mal sicherheitshalber Immodium gekauft. Am Nachmittag kam dann Ron in Bishop an, den ich im Mai kennengelernt habe. Mit ihm hatte ich mich zum Backpacking Richtung Treasure Lakes und Dusy Basin verabredet. Wir verfeinern unsere Pläne beim Abendessen in der Hinsicht, als daß wir Treasure Lakes verwerfen und stattdessen versuchen wollen, ein Permit für vier Tage für das Dusy Basin zu kriegen, wobei die erste Übernachtung eher erfolgen soll, damit Ron sich ein wenig an die Höhe gewöhnen kann.

Tja, eigentlich recht ereignislos.

Donnerstag/Freitag 18.8.-19.8.

August 22nd, 2011

Die nächsten beiden Tage standen im Zeichen der Erklimmung des White Mountain Peaks. Das ist mit 4.338 m (manche Quellen sagen auch 4.342 oder  4.344 m) der höchste Gipfel der White Mountains (der östlichen Seite des Owens Valley), der dritthöchste Berg Kaliforniens (nach Mt. Whitney und Mt. Williamson, beides Sierra Nevada, White Mountain Peak geht aber ohne Permit-Lotterie) und der achtdominanteste Gipfel in Kalifornien. Da ich mich gerne dominieren lasse, muß ich da rauf.

Der Vorteil ist, daß der Berg einen Weg bis zum Gipfel hat. Der Nachteil ist, daß die die Höhe natürlich nicht ganz ohne ist. Der Luftdruck, und damit auch der Sauerstoffgehalt, entspricht ungefähr einem Drittel dessen, was man auf Höhe des Meeresspiegels hat. Das Netz ist voll mit Berichten von Leuten, die Probleme bekommen haben (1, 2, 3, 4). Als meinen Vorteil sah ich, daß ich den vergangenen Tagen schon in größeren Höhen (> 3.000 m) unterwegs war. Nach Yosemite, Hungry Packer Lake und Patriarch Grove hielt ich mich für besser gerüstet. Ein weiterer Punkt ist allerdings, daß wir über eine Gesamtstrecke von 15 Meile, also 24 km, sprechen. Das ist schon auf Höhe des Meeresspiegels nicht mehr so die typische Tagestour. Mein Wanderführer gibt die benötigte Zeit mit 8-9 Stunden an.

Erfahrungen mit großen Höhe und Akklimatisierungen habe ich vom El Teide auf Teneriffa. Da waren wir 2009 und sind direkt vom Meeresspiegel rauf bis zum Parkplatz und dann mit der Seilbahn gleich nochmal weiter. Das war aber echt übel. Da war jeder Schritt schon mühselig, aber man war auch wirklich gar nicht an die Höhe gewöhnt.

Natürlich muß man sich gut vorbereiten. Also am Donnerstag erstmal Essen gekauft, diverse Power-Riegel, Nüsse, usw. sowie die Wasservorräte angelegt. Die Nacht will ich gleich nochmal oben im Auto schlafend zu verbringen, und da bietet es sich an, nochmal die Patriarch Grove, die nur wenige Meilen vom Trailhead entfernt ist, anzusteuern. Gesagt, getan. Die Auffahrt geht relativ problemlos, und ich verbringen einen schönen Sonnenuntergang dort.

Danach mache ich es mir wieder im Auto bequem, Isomatte und Schlafsack hatte ich gleich dringelassen, und beginne gleich, meinen Tagesrucksack für den Gipfelsturm zu packen, d.h. Fotozeugs raus, und die notwendigen Sachen aus dem Wanderrucksack rein. Meine Strategie ist relativ simpel: Gehe so leicht wie möglich. Das heißt, ich verzichte auf meine schweren Wanderstiefel und trage lieber meine Trekking-Halbschuhe. Als Kleidung ebenfalls nur das nötigste, wobei ich gelesen habe, daß es kalt und windig sein kann. Also kommt da doch einiges an Zwiebelschalen zusammen. Als Kamera muß mein iPhone dienen, und ansonsten nehme ich vier Liter Wasser (2 l im nerdigen Trinkwasserbehälter mit Schlauch sowie 2 Flaschen) sowie mein Essen mit. Und das Essen ist im großen Rucksack. Nein. Dann auf dem Beifahrersitz. Auch nicht. Irgendwo dazwischen? Nirgendwo. Mein Essen ist noch im Hotel. Da sieht man mal, wie stark essen meine Gedanken dominiert. Mindestens anderthalb Stunden Fahrt für die einfache Strecke. So weit würde ich ja nichtmal zurückfahren, wenn ich meine Freundin vergessen hätte, geschweige denn, um etwas zu essen zu holen (ja, ich baue darauf, daß sie mein Blog nicht liest). Also muß es ohne gehen. Ich hab ja nun schon ein bißchen Erfahrung im Nicht-Essen, das wird schon klappen.

Ich schlafe dann bald in meinem kuschligen Schlafsack weg, wache nachts aber immer mal wieder auf, weil der Mond ungünstig ins Auto leuchtet. Ist aber auch schön. Am nächsten Morgen geht lasse ich mir natürlich den Sonnenaufgang nicht nehmen und mache eine kleine Tour durch die Patriarch Grove. Die Session bleibt aber kurz, denn ich möchte zu früh wie möglich mit dem Trail fertig sein – am Nachmittag ist die größte Gefahr für Gewitter und auf der Strecke ist man selbst stets die lokal höchste Erhebung. Und obwohl jetzt keine einzige Wolke zu sehen ist und der Wetterbericht auch nichts angesagt hat, möchte ich das Risiko minimieren.

Also geht es los zum Trailhead, der sich auf 3.560 m Höhe befindet. Es ist ein weiteres leeres Auto da, ein anderes kam kurz vor mir an und die Leute sind am Vorbereiten. Da ich das schon erledigt habe, geht es gleich los.

Am Anfang ist der Weg noch ein normal befahrbarer Feldweg. Die Landschaft ist extrem karg, aber es gibt viele Murmeltiere, die offenbar auch kaum Fluchtinstinkte haben. Sehr süß. Nach zwei Meilen kommt eine Forschungsstation, man ist jetzt schon bei 3.800 m. Die Station fand ich ein bißchen bizarr und könnte, zusammen mit der Umgebung, direkt aus Fallout stammen (Approach-Video, iPhone).

Ich passiere diese Station und weiter geht es. Der Weg besteht danach nur noch aus zwei Spuren (Reifenbreite oder ausgetreten, auf jeden Fall zum Teil recht steinig). Es geht zuerst recht steil nach oben, bis man an einem kleinen Observatorium vorbeikommt, und dann sieht man zum ersten Mal wieder richtig den White Mountain Peak, zu dem es durch einen kleinen “Talkessel” führt, d.h. es geht erst bergab und dann wieder richtig bergauf. Was ich in einem der Berichte gelesen habe, stimmt: Es gibt nichts, woran man die Entfernung ordentlich einschätzen kann weil man die Größe kennt, z.B. Bäume. Deshalb denkt man sich auch, daß das ja alles gar nicht so schlimm ist. Also geht man erstmal frohgemut weiter.

Den Talkessel hat man relativ schnell durchschritten (dabei kommen wir zwei Wanderer entgegen, die offenbar aus dem ersten Auto stammen – die sehen ordentlich fit aus), und dann geht es wieder aufwärts. Und jetzt aber richtig, und die 4.000 m sind schnell erreicht. Man merkt gleichzeitig, daß mit zunehmender Höhe das Atmen immer schwerer fällt. Insbesondere merke ich es, wenn ich Wasser trinken will. Das geht nämlich kaum noch, weil man sofort keine Luft mehr hat. Man hört also mit dem Trinken schnell wieder auf und hechelt erstmal ein wenig, bis man wieder denkt, daß das mit der Luft einigermaßen paßt. Der Rest des Weges weiter nach oben wird immer anstrengender, man läuft immer langsamer, und hat auch immer weniger Lust, beim Fotografieren auf einen ordentlichen Bildaufbau zu achten.

Der Endanstieg geht über Serpentinen und ist nochmal steiler, zudem gibt es auch noch ein paar Schneefelder, die man entweder quert oder nochmal steiler umgeht. Der Weg besteht jetzt nur noch aus Steinen. Ich habe inzwischen Kopfschmerzen. Wassertrinken habe ich nochmal probiert – eine echt blöde Idee. Kurz nach dem Trinken (und dem Sauerstoff-Nachholen) muß ich mich fast übergeben und anschließend gleich nochmal um Luft ringen. Blöde Kombination, aber es geht alles gut aus.

Und dann ist man oben (Approach-Video, iPhone). Instantanes Glücksgefühl! Entweder Endorphine oder beginnende Höhenkrankheit, egal, denn es ist wirklich toll. Man kommt an und kann einen Haken setzen. Es gibt niemanden, der einem sagt, “Moment, das zählt noch nicht. Jetzt mußt Du erstmal ein Vierteljahr lang Gipfelbetreuung machen. Und dann nochmal ein Vierteljahr. Ach, machen wir doch das Jahr voll.” Nein, man hat es jetzt, sofort, in diesem Momentan geschafft. Super. (Da ich das auch bei den kleineren, z.T. Cross-Country-Gipfeln hatte, auf die man einfach nur zum Spaß geht, schiebe ich es auch in diesem Fall auf Endorphine und nicht auf Höhenkrankheit.)

Die Aussicht ist toll. Nach Western sieht man die ganze Sierra, vom Mount Whitney am Südende über das Owens Valley mit meinen inzwischen fast “Hausbergen” bei Bishop, die Ritter Range, das Tal vom Tioga Pass bis rauf zum Lake Tahoe im Norden. Nach Osten sieht man Tal über Tal im Great Basin (das bis hinter Salt Lake City reicht, was man aber natürlich nicht sehen kann), man sieht das Death Valley im Südosten usw. (Das Great Basin (>477.000 m²) ist dadurch gekennzeichnet, daß das Wasser dort nicht ins Meer abfließen kann, deswegen ist der Great Salt Lake auch salzig.) Wie dem auch sei, alles ist großartig. Ich bleibe eine Stunde oben, bevor ich mich an den Abstieg mache.

Beim Abstieg wird es mit der Luft zunehmend besser, und auch wenn es wieder ein Anstiege gibt, bleibt das gute Gefühl, daß man es geschafft hat. Bilanz: 24.14 km, 05:37h Laufzeit, 1:36 Stillstandszeit (darunter die ca. 1h auf dem Gipfel). Insgesamt 1575 Höhenmeter überwunden (durch die Zwischenan- und -abstiege). Selbst mit der Stillstandszeit komme ich damit auf rund 7:15h statt der 8-9h aus dem Wanderführer. Eventuell war ich für das Thema Höhe immer noch zu schnell. Das werde ich hofffentlich im November verifizieren können. Auf dem Rückweg begegne ich noch den Leuten aus dem dritten Auto, die scheinen aber echt zu kämpfen zu haben. Gar nicht zu aklimatisieren scheint keine gute Idee zu sein.

Zurück im Hotel packe ich die Rucksäcke aus. Und was stelle ich fest? In meinem Tagesrucksack, den ich für die Wanderung benutzt habe, befindet sich noch die Notration Essen (im Wesentlichen Powerbars), die ich mal angelegt habe für Notfälle, falls ich Essen vergessen sollte.

Das war eine tolle Erfahrung und der höchste Berg, auf dem ich bisher war.

Gelernt an diesen Tagen:

  • In großen Höhen langsam gehen. Atmen hilft.
  • Man sollte sich das Vorhandensein von Notrationen auch verinnerlichen, sonst bringt das nichts.

Dienstag/Mittwoch 16.-17.8.

August 18th, 2011

Dienstag traf ich mich mit Jerry wieder, sowie seiner Frau, Ariane (“Those who know the rocket, say ‘like that rocket’. The rest says ‘like that nation’”). Wir wollten dann was gemeinsam unternehmen, und das Ziel war relativ schnell klar: Bristlecone Pines, speziell die Patriarch Grove. Jerry hatte am Vormittag noch Sachen bei der Mountain Light Gallery zu erledigen, und am Nachmittag ging es dann los.

Bristlecone Pines sind die ältesten Lebewesen, die es gibt. Wer die Berichte meines Mai-Urlaubs hier kennt, weiß, daß ich von diesen Bäumen extrem begeistert bin. Der älteste bekannte Baum, Methuselah, ist inzwischen 4843 Jahre alt. Schaut man sich mal parallel in der Wikipedia an, was im 29. und 28. Jahrhundert vor unserer Zeit so los war, dann stellt man fest, daß der Baum schon gelebt hat, als die ersten bekannten Steinbauwerke gebaut wurden (geschweige denn das iPhone erfunden). Ist das nicht Wahnsinn?

Wie dem auch sei, im Mai war alles noch voller Schnee, so daß ich nicht bis zur Patriarch Grove durchkam (stattdessen erlebte ich eine schmerzhafte Rutschpartie in der Methuselah Grove), die aber optisch sehr schön ist. Dieses Mal ging es also dahin, dazu fährt man ca. 11 Meilen auf einer Dirt Road. Wir begannen dann gleich mit dem Scouting für den Sonnenuntergang, der dann auch bald ran war. Sehr schön, und sehr friedlich. Wir trafen dann auch auf einen weiteren Photographen, mit dem wir dann auch viel quatschten.

Wir alle zusammen aßen dann zu Abend, die beiden waren wirklich auf alles vorbereitet, es gab leckere Pasta, Wein und Kerzenscheinstimmung, während parallel der Mond aufging und wir unter dem dunklen Sternenhimmel inkl. Milchstraße saßen. Da sich die Patriarch Grove auf rund 3.400 m Höhe befindet, beschließen wir, zum Schlafen ein bißchen tiefer zu fahren, und parken auf einer Sideroad. Ich bin zu faul, mein Zelt aufzuschlagen, und probiere mal meinen Monster-SUV aus. Großartig. Mit viel Luft kann ich mich bei umgeklappten Rückbänken richtig ausstrecken, und schlafe auch bald ein.

4.45 Uhr klingelt der Wecker, und Jerry und ich fahren zum Sonnenaufgang zurück zur Patriarch Grove. So großartig. Wahnsinn. Und diesmal sogar mit Wolken!

Im Anschluß fahren wir zum Nachtrastplatz zurück und essen alle gemeinsam Frühstück und quatschen bis so gegen Mittag. Dann geht es weiter, und Jerry, der heute übrigens Geburtstag hat, möchte einen Hügel erscouten, weil er die Vision für ein bestimmtes Photo hat. Es stellt sich heraus, daß der Hügel weiter weg war, als wir alle dachten. War aber sehr cool. Man kraxelt am Schluß über Dolomit-Gestein bis oben rauf, und alle eine tolle Aussicht, vom Death Valley über die Sierra Crest, den White Mountain Peak und eine tolle Weitsicht über das Great Basin.

Danach gibt es noch ein Abschieds-Get-Together bei den Autos, und dann geht es heim. Das waren tolle zwei Tage, und ich habe mich sehr gefreut, Jerry wiederzusehen und auch seine tolle Frau kennenzulernen.

Sonntag/Montag – 14.-15.8.

August 16th, 2011

Genug des Müßiggangs. Jetzt wird gearbeitet. Die bisher längste Tour, und dazu mit schwerem Gepäck, führt mich zum Hungry Packer Lake. Man startet am Lake Sabrina Trailhead bei ca. 2.750 m und wandert über rund 12 km an mehreren Seen vorbei bis zum Hungry Packer Lake auf ca. 3.400 m, direkt am Sierra-Kamm, der in diesem Bereich die 4.000-m-Marke überschreitet (z.B. Mt. Häckel mit 4.089 m). Landschaftlich ungeheuer schön, man hat alles vom schnell spärlicher werdenden Wald, Wildblumen, einzelnen kleinen Bäumen, bis hin zur kargen, hochalpinen Landschaft. Und damit man eine Vorstellung hat, wie mit den Wilderness Permits umgegangen wird: Auf ein Gebiet, das vielleicht einem Achtelkreis mit dem Radius 12 km entspricht (ich bin schon das Maximum gegangen, was geht), also ca. 57 km², kommen 25 Leute, die hier übernachten dürfen. Das verteilt sich schon ganz gut (auch wenn man eher in der Nähe der Seen bleibt). Zusammen mit den Regeln zum Zelten (mindestens 30 m von Gewässern und 30 m von Wegen entfernt, was man sowieso macht, wegen der Moskitos sowie seiner Ruhe), kriegt man wirklich ein ganz gutes Wildnis-Gefühl hin.

Ich ging diesmal mit leichterem Gepäck. Stativ blieb zu Hause, mein Telezoom auch, und ich ging auch nur mit reduziertem Wasser los, da ich es alle Nase lang Wasser gibt und ich, dank dieser tollen MSR-Filterpumpe, bei Bedarf gut nachfüllen kann. Das ging alles erstaunlich gut. Das ging sogar so gut mit dem leichteren Gepäck, dass ich jetzt doch wieder über die Panasonic Lumix G3 speziell für Trips mit schwerem Gepäck nachdenke. Ist nur ein hoher Anfangs-Invest, und auch nicht in meiner MiFri 2012 drin. Muß außerdem nochmal einen Gegenversuch wieder mit Stativ machen.

Der Hungry Packer Lake ist sehr cool. Auf der Nordseite gibt es noch Vegetation, aber gegenüberliegend nur noch Granit und Schneefelder. Toll. Ich bereue, nicht für zwei Nächste hier zu sein. Der Wetterbericht hatte zwar starke Winde angekündigt mit Spitzen bis 30 mph (rund 48 km/h), aber mein Zelt konnte damit gut umgehen. Diesmal schloß ich die Apsiden komplett.

Ein (ganz schön schlechtes) iPhone-Video vom Sonnenaufgang packe ich wahrscheinlich bei Facebook rein.

Auf dem Rückweg am Montag begegne ich im letzten Wegdrittel einem Trupp rüstiger Rentnerinnen. Die sind ebenfalls zu einem Backcountry-Trip unterwegs, und haben es ganz cool eingerichtet, sie haben nämlich in Aspendell (der nächste Ort) jemanden (Bishop Pack Outfitters) engagiert, die ihr schweres Gepäck mit Pferden bzw. Maultieren zum Übernachtungsort bringt. So tragen sie selbst nur ihre Tagesrucksäcke und wollen das Gebiet weiträumiger erkunden. Ich habe Gelegenheit, mit denen zu quatschen, weil die Pferde, übrigens begleitet von einem sehr süßen Hund, gerade überholen und wir deshalb Platz machen. Sie campen gleich beim ersten See, dem Blue Lake, und wollen aber auch bis zum Hungry Packer Lake wandern. Das finde ich super, und die hatten auch viel Spaß und waren echt begeistert.

Alles in allem eine großartige Wanderung. Jetzt muss ich mal gucken, ob ich noch einen Backcountry-Trip kriegen kann, mein nächster regulärer ist erst nächste Woche.

Gelernt an diesen Tagen:

  • Das Experiment mit der Wasserdichtheit meiner neuen Schuhe ist abgeschlossen: Sie sind komplett wasserdicht, es sei denn, man steht so tief drin, dass es von oben reinläuft.
  • Ich habe endlich herausgefunden, wie man die Handschlaufe meiner Wanderstöcke verstellt. Einfach ziehen. Duh.

Samstag, 13.8.

August 16th, 2011

Samstag morgen ging es traditionell in die Alabama Hills zum Sonnenaufgang über Mount Whitney. Eigentlich wollte ich gleichzeitig den Monduntergang sehen, schließlich war der um 06:04 Uhr, Sonnenaufgang um 06:06 Uhr – allerdings vergaß ich, die Berge zu berücksichtigen. Da war der Mond natürlich schon viel früher weg.

Zurückgekehrt habe ich mich für einen freien Tag entschlossen. Diverse Outdoor-Geschäfte abgeklappert, Karten und Wanderbücher gekauft, gelesen, Blog nachgeholt, und Bilder bearbeitet. Alles, was man so macht, mit man seinen ganzen Haufen technischen Krimskrams dabeihat.

Dann noch meine, bereits in Berlin reservierte, Wilderness Permit für den Zweitages-Tour zum Hungry Packer Lake Sonntag/Montag geholt, und das war es. Abends noch japanisch gegessen, danach war mir schlecht.

Gelernt an diesem Tag:

  • nichts

Freitag, 12.8.

August 16th, 2011

Am Freitag Morgen traf ich nochmal die Gruppe aus dem Backpackers Camp. Und man glaubt es nicht, bei denen lief noch tatsächlich der Bär durch, mitten durch bei den Zelten der Gruppe. Ist aber nur durchgelaufen. Muss ein schöner Bär gewesen sein. Fellfarbe zimt/ocker. Und ich war nicht dabei. Mist.

Und noch mehr: Es bildeten sich tatsächlich Wolken. Genau dann, wenn ich abfahren will. Naja, kommt bestimmt nochmal.

Ich habe dann zeitnah ausgecheckt und bin gen Bishop gefahren. Die Tioga-Pass-Route weiterzufahren bringt hinter dem Park ein paar großartige Aussichten. Hatte ich schon fast wieder vergessen, hier bin ich das letzte Mal im Jahr 2000 langgefahren. Damals war ich noch jung und hatte Haare auf dem Kopf.

Vor Bishop noch Zwischenstopp in Mammoth Lakes. Da fiel mir wieder die „Mammoth Scenic Loop“ auf, die ich im Mai schon mal gefahren bin mit der Hoffnung auf tolle Aussichten. Da hatte ich mich schon gewundert, und dann mal gegoogelt. Sinn der Straße ist eine zweite Ausfall Route aus Mammoth Lakes zu haben wegen des Vulkanismus’ in der Gegend, die Long Valley Caldera ist nicht zu unterschätzen. Deswegen sollte die Straße auch erst „Mammoth Escape Route“ heißen, wurde nach Protesten aber unbenannt. Klingt ja auch viel netter.

In Mammoth Lakes habe ich dann einen kurzen gepäcklosen Day Hike zum Crystal Lake gemacht.  War ein neues Gefühl, so ganz ohne Gewicht. Speed Hiking. Lustig fand ich ein Pärchen, das ebenfalls kein Gepäck hatte, dafür aber zwei Hunde, die jeweils Packtaschen trugen. Mit unseren Mädels würde das nicht gehen…

Und dann der Abschluss-Schock: In Supermarkt in Bishop gab es keine Mangos. Eingeschnappt hab ich mich dann verkrochen.

Gelernt an diesem Tag:

  • Mein Merino-Shirt ist mir unheimlich. Das Experiment habe ich abgebrochen, ich weiß jetzt nicht, wie lange es durchgehalten hätte.