Auf nach Süden!

Sooo, heute ging es in den Süden, und zwar an die südlichste Spitze Islands, nach Vík. Aber mehr dazu später.

Die Nacht genoss ich in meinem Hotelzimmer, mit Fußbodenheizung und allem – Fernwärme ist in Island ja nicht wirklich ein großes Problem. Ich habe auch richtig gut geschlafen, war zwar mal kurz gegen 1:30 Uhr wach, aber ansonsten von 22:00 Uhr bis 6:30 Uhr durchgeschlafen. Wer mich kennt, wird das beachtlich finden.

Gefrühstückt und ausgecheckt, wobei mir auffiel, daß eine meiner beiden Kreditkarten fehlt. Denk denk denk denk … ich habe gestern in Geysir Handschuhe gekauft (Innenhandschuhe als Ersatz für meine alten Innenhandschuhe, und zwar die Vík Windpro Gloves, sind allerdings nicht so Windpro, wie der Name suggeriert. Aber besser als meine alten.) Dort angerufen, Kreditkarte beschrieben, und tatsächlich, sie war noch da. Ca. 20 Minuten Fahrt und abgeholt, Gottseidank. Wenn ich schon mal da bin, kann ich auch noch einen Abstecher zum Gullfoss machen. Vielleicht ist es heute ja besser als gestern.

Pustekuchen. Im wahrsten Sinn des Wortes. Oder halbwahrsten Sinn. Kuchen gab es nicht.  Starker Rückenwind auf vereistem Boden, ein Traum. Und wieder so kalt. Für ein paar Schnappschüsse hat es gereicht, aber dann bin ich weiter.

Gefahren Richtung Selfoss, ich hatte immer noch den Shopping-Traum nicht aufgegeben, ein Kartenlesegerät zu kriegen. (Vorabinfo: Inzwischen habe ich ihn aufgegeben.) Auf dem Weg beginnt es zu schneien, nicht schlecht. Parallel auf dem Handy mal die offiziellen Straßeninfos verfolgt – die Route war gelb. Dann möchte nicht wissen, was vorgestern “rot” war.

Weiter von Sellfoss gen Seljalandsfoss, ein schöner Wasserfall, dem ich schon im Mai 2009 einen Besuch abstattete. Ausgestiegen, und meine Herren, war ich zu warm angezogen. Jetzt gab es keinen Wind, und ich kam mir fast wie im Sommer vor. Mütze ab usw. Arbeitshypothese: Der Wind, der stets vom Landesinneren kam, hatte die Temperatur der Gletscher, über die er fegte. Wie beim Paso John Gardner in Tatagonien letzten März. Das ist immerhin konsistent und paßt auch zur extrem niedrig gefühlten Temperatur.

Ein bißchen rumprobiert am Seljalandsfoss, und dann weiter zum Skógafoss. Die Straße wurde wieder besser, und es gab zwischendurch sogar mal Sonne!

Der Skógafoss ist auch sehr photogen, und eigentlich in jedem Portfolio jedes Islands-Trips enthalten. So auch bei mir.

Und Islandponys gab es auch noch!

Dann weiter nach Vík. Ich bin im Iceland-Air-Hotel, welches designtechnisch sehr schön ist. Deckenhohe Fenster, schöner Blick zum Meer. Das ist jetzt meine Home Base für drei Nächte, von der Ausflüge machen möchte. Wenn das Wetter mitspielt, für morgen gibt es eine Sturmwarnung für bis zu 12 Beaufort. Mal schauen, ob das so bleibt.

Sturmwarnung für morgen!

Ich bin noch zum Strand gelaufen. Der wurde in den 90ern mal zu einem der 10 schönsten Strände der Welt gewählt. Kann ich nicht beurteilen, da ich nicht so viele Strände kenne, aber schick ist der schon. Schwarzer Sand, Lavasäulen im Meer, beeindruckende Wellen (zwischen hier und der Antarktis gibt es anscheinend nichts, der Golfstrom trifft direkt auf), eine schöne Steilküste mit nistenden Vögeln im Westen, eigentlich wirklich ein Traum. Vermutlich bis auf die Temperaturen. Und die Toten, die hier baden gehen wollten. Ganz, ganz üble Unterströmungen. Playa de Famara all over again, nur in schlimmer. Aber rein optisch ist er in jedem Fall sehr schick. Am Schluß noch ein bißchen den Ort erkundet. Alles in allem bin ich heute 8,12 km gelaufen und 47 Stockwerke gestiegen, sagt mir mein Schrittzähler. Das ist ein guter Start.

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