Polarlichter! (und tagsüber habe ich auch noch was gemacht)

Hm, wäre das evtl. eine Spoiler-Warnung wert gewesen. Falls doch, zur Sicherheit: Spoiler-Alert: Nachher kommen Polarlichter.

Aber erstmal in Ruhe. Aufgewacht, gefrühstückt, dann losgefahren, um eine Sonnenuntergangslocation auszuscouten. Das heißt, ich bin viel mit dem Auto rumgefahren. Ich muß mich auch echt zwingen, daß ich kein schlechtes Gewissen habe, wenn ich nicht jeden Tag diszipliniert auf eine Wanderung gebe. Ich habe Urlaub und kann das machen, wonach mir gerade der Sinn steht.

Der Tag begann mit einer süßen Gruppe aus Islandpferde. Sind zum Teil auch sehr zutraulich und neugierig.

Bei denen kann ich mich schon ein Weilchen aufhalten, aber irgendwann bin ich dann doch weiter. “Weiter” heißt hier im “Road Trip”-Kontext. Islands Landschaft ist einfach ein Genuss, man hat eine unglaubliche Weite, was in der Regel auch durch gute Sicht unterstützt wird. Ausnahmen sind natürlich Stürme, bei denen man die Hand vor Augen nicht mehr sieht. Grundsätzlich ist es aber so, daß in Island die Luft, zumindest nach meinen wiederholten Erfahrungen, stets sehr sauber ist. Der viele Regen hat eben etwas für sich.

Gegen Abend war ich dann beim Sonnenuntergangsort. Das war eigentlich sehr schön.

Und damit war ich eigentlich zufrieden mit dem Tagwerk, der Sonnenuntergang wäre auch aus fotografischer Sicht eine hinreichende Tagesausbeute gewesen. Ich bin also im Hotel, schaue gegen 20:40 Uhr nochmal raus, und über den Himmel erstreckt sich ein Polarlicht. Und hier ist mein allererstes Foto eines Polarlichts, aufgenommen mit meinem Telefon, und danach über Lightroom versucht zu retten, was zu retten ist. 😉

Ok, danach die Kamera geholt und nochmal richtig fotografiert.

Ich muß jetzt ein wenig ausholen und erwähnen, daß ich noch nie in meinem Leben ein Polarlicht gesehen habe. Das will ich aber ändern. Polarlichter waren der Hauptgrund, warum ich gerade jetzt nach Island gefahren bin, und nicht später, wenn man besser wandern kann, es aber auch nicht mehr dunkel wird. Ein Nichtsehen von Polarlichtern hätte ich nicht so gut gefunden.

Leider zogen Wolken auf, so dass ich spontan ins Auto stieg und 50 Minuten zum Jökulsárlón fuhr. Das ist für mich der ganz ikonischen Orte von Island, auch wenn es woanders natürlich ebenfalls Gletscherseen gibt. Aber die Kombination, eingerahmt im Kessel von höheren Bergen, direkt das Meer anliegend, das ist schon etwas sehr besonderes.

Gegen 23 Uhr war ich dann da, und als erstes ging es natürlich zum See. Leider ging das Band des Polarlichts direkt durch den Mond, was zum Anschauen schwierig wurde (und auch zum Fotografieren).

Die Musik bzgl. des Nordlichts spielte sich eher gegenüberliegend ab, dort gab es als interessanten Vordergrund allerdings nur das Café-Haus, so daß ich schnurstracks rüber zum Stand bin.

Dort fand ich einen recht guten Spot, der auch verwaist war (nicht sehr lange, das war offenbar Inspiration), mit dem ich sehr zufrieden war. Ich bemühe mich ja ebenso um eine fotografische Weiterentwicklung. Gerade bei überwältigenden Sachen wie jetzt vergesse ich sehr schnell mir nüchtern Gedanken über den Bildaufbau etc. zu machen. Verschiedenen Kompositionen durchprobieren, Hochformat, quer, Brennweiten, Ortsänderungen, etc. So tobte ich mich eine halbe Stunde lang aus, und bin eigentlich ganz zufrieden. Als Nebeninformation sei gegeben, daß der 3/4-Mond schien (auf den Bildern von rechts), und die Kombination aus Eisblöcken mit schwarzem Lavasand schon an sich etwas sehr feines ist.

Und dann fotografiert man so rum (bzw. läßt die Kamera arbeiten, 30 s + 30 s Dunkelrauschen) und beobachtet das ganze Schauspiel. Das ist schon etwas extrem beeindruckendes, zu sehen, wie es sich bewegt, verändert. Und dann wurde das Band von Osten her auf einmal heller, bewegte sich immer mehr Richtung Zenit, und dort schien plötzlich der Himmel zu explodieren. Überall um uns rum wurde es grün, und man erkannte es auch in den Farben, unter denen man die Umgebung sah.

Bei den Bildern bitte die 16 mm Brennweite beachten, d.h., der Blick geht quasi bis in den Zenit. Nachdem mein Mund wieder zugeklappt und das Hauptspektakel vorbei war, bin ich wieder schnell zum Gletschersee, denn auch in dieser Richtung spielte sich jetzt einiges an Intensität ab. (Inzwischen hatten wir Mitternacht passiert und es war der 1. März.)

So bewegte ich mich von einem Ort zum anderen, gegen 2:30 Uhr beschloß ich für mich nach einiger Ruhezeit, daß das Hauptspektakel wohl vorbei sein, und fuhr zum Hotel zurück. Wenigstens noch ein bißchen Schlaf bekommen. Vom Hotel aus noch dieses Foto, und dann war der Tag vorbei und ich konnte sehr glücklich einschlafen.

 

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