zweiter Tag am Jökulsárlón

In der Nacht gab es leider keine Polarlichter am Jökulsárlón zu sehen. Vermutlich hätte es welche gegeben, wenn der Himmel frei gewesen wäre. Zumindest später ging auf jeden Fall die Post ab, hier ein Screenshot aus der Aurora-Borealis-Forecast-App. Aber so konnte ich schlafen. Hat vielleicht auch was für sich.

Am Morgen ging es erstmal zum Strand mit den Eisbrocken. Ziel war es, den Sonnenaufgang richtig mitzunehmen, leider war der durch Wolken verdeckt, es gab nur ein wenig Färbung am Himmel.

Danach begann die Wanderung am Westufer des Jökulsárlón entlang. Das Wetter war gemischt, was eigentlich immer für schöne Lichtstimmungen sorgt. Den Jökulsárlón an sich finde ich jetzt sehr schön. Neben den Eisbergen ist der eigentliche See teilweise zugefroren, und die Eisberge sind im Eis gefangen. Das ergibt schöne Farbkombinationen vom tiefen Blau des Gletschereises zum normalen farblosen Eis. Weiterhin Eisbrüche, gestapelte Eisplatten an den Ufern, usw.

Im Verlauf der Wanderung wurde aus dem gemischten Wetter ein bewölktes Wetter, und schließlich hat es deutlich geschneit. Ich bin trotzdem noch weitergelaufen, und konnte noch einige Tiere sehen, so z.B. Robben, und schließlich sogar einen Polarfuchs! Zumindest sollte das einer sein, weil es soviel andere Tiere ja nicht gibt auf Island, und die Fellfarbe entspricht auch dem Erwartungswert eines in Island lebenden Polarfuchses.

Es schneite aber stetig weiter, und da mit fortlaufender Wanderung der Rückweg immer länger wurde, entschloß ich mich irgendwann doch zur Umkehr, wer weiß, wieviel Schnee dann noch kommt, und ich muß ja über Geröll.

Sehr krass fand ich aber die Größeneinschätzung. Steht am Jökulsárlón-Parkplatz, meint man, ein gutes Gefühl für die Uferlinie zu haben, und auch die Entfernungen abschätzen zu können. Pustekuchen. Nach fast 5 km Fußweg hat man noch nicht einmal die Hälfte zum Gletscher erreicht. Ähnliches gilt übrigens auch die Eisblöcke am Lavastrand. Ich kannte die vorher von Fotos, und die reale Größe hat nichts mit der Größe gemein, wenn man sie sieht. Mehr noch, ich kriege das trotzdem noch nicht in meinen Kopf rein, wider besseres Wissen stelle ich mir die falschen Größen, ich krieg das einfach nicht anders hin. Sehr krass. (PS: die Eisblöcke sind richtige Oschis, ich such nochmal ein Foto raus, wo mir jemand ins Bild lief.)

Der Rückweg war auf jeden Fall interessant, durch Schnee mit Überraschungsboden (Geröll, Glatteis, jedes Mal gewürfelt), aber weiterhin mit schönen Ausblicken.

Schlussendlich bin ich dann zurückgefahren. Der Tag war nicht schlecht, es war ein total entspanntes Wandern, ich war auch komplett der einzige. Ganz in Ruhe, kontemplativ, Gedanken schweifen lassen. Das ist schön so.

2 thoughts on “zweiter Tag am Jökulsárlón

  1. omnia bene fient

    Das mit den Größen habe ich anhand der Fotos noch nicht nachvollziehen können. Aber vielleicht ist es einfach zu spät – ich konnte meine Gedanken heute ja nicht den ganzen Tag schweifen lassen … Probiere ich also morgen nochmal 🙂

    1. André Leopold Post author

      Ich wette, Du stellst Dir andere Größen für die ganzen Eisblöcke vor, als es in Wirklichkeit der Fall ist.

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