The Story so far – Nordwest-Nationalpark-Tour

Eyeyeyey, da bin ich ja echt nachlässig mit meinen Urlaubsblogs. Der letzte Bericht war von Island. Was gab es denn seitdem? Ich war auf La Palma, sehr schön, ich war eine Woche in Werfenweng, und aktuell bin ich in den USA. Mal wieder eine Rundtour durch diverse Nationalparks, aber diesmal überraschenderweise nicht mit Ausgangspunkt in Kalifornien, sondern es ging in den Nordwesten, nach Seattle.

Was sind die übergreifenden Gesamteindrücke?

  • Es regnet hier gerne mal. Nicht nur im Regenwald (kein tropischer, ein gemäßigter), sondern auch dort, wohin ich geflüchtet war wegen sonniger Wetteraussicht. Und so weiter. Wenn es irgendwo einen Ort gibt, der dringend Regen braucht: Schickt mich einfach hin, egal wie die Vorhersage ist, einen halben Tag später regnet es wie blöd, und zwar durchgängig.
  • Knieprobleme sind eventuell nicht intrinsisch aus dem Knie, sondern das Schuhwerk könnte einen Anteil daran haben. Zumindest habe ich meine These bisher nicht falsifizieren können: Mit meinen geliebten Hanwag Alaska GTX ging es in die High Sierra, in den Himalaja, nach Alaska, in Patagonien auf und ab, und nirgendwo gab es Probleme. Letztes Jahr in den Dolomiten, oder dieses Jahr Ostern im Harz, oder die Woche in Werfenweng, da hatte ich meine leichten Wanderschuhe an, und sofort fingen die Probleme an. Und dieses Mal bin ich wieder mit meinen Hanwag-Schuhen unterwegs, und alles ist super, sogar ohne Stöcke, und das, obwohl ich einiges an Gewicht mit mir rumschleppe.
  • Apropos Gewicht mit mir rumschleppen: Mein Ziel, jeden Tag mindestens 15 km zu laufen, habe ich eventuell zu niedrig angesetzt. Oder ich nehme die Tage, die eigentlich nicht zählen dürften, mit rein, mal schauen wegen des Mittelwerts.Hm, wie kann ich in WordPress denn eine Tabelle einfügen? Und warum denke ich wieder schriftlich? Man weiß es nicht. Und zwar beides.
  • 6.7., 3,74 km gelaufen. Disclaimer: Hinflugtag, da war nicht viel zu tun.
  • 7.7., 7,90 km. Disclaimer: Jetlag-Kompensationstag, Zurechtfinden, und außerdem Regenwetter. Jaja, faule Ausreden. Nur 5,3 km zum Hurricane Hill.
  • 8.7., 20,13 km. Na also. Im Regen im Hoh-Regenwald gelaufen, 19,2 km.
  • 9.7., 3,57 km. Transitionstag, Flucht aus Olympic (dort noch 2,6 km die Hall of Mosses im Hoh-Regenwald) mit Zwischenstop in Moscow auf dem Weg zum Glacier National Park
  • 10.7., 3,74 km. Zweiter Transitionstag, von Moscow in den Glacier NP und Zeltplatzsuche. Das sind alles Entfernungen hier in den USA…
  • 11.7., 17,97 km. Erster echter Tag, trotz Komplikationen am Anfang. 6,8 km St. Mary und Virginia Falls, dann 5,7 km Beaver Pond Loop, plus Rumschauen.
  • 12.7., 29,04 km. Wird doch! Hier waren es 19,3 km den Garden Wall entlang, plus 4,7 km Hidden Lake Overlook, plus Kurzwanderungen an Aussichten.
  • 13.7., 29,86 km. Jetzt aber! Größtes Stück waren eine 19-km-Otokomi-Lake-Wanderung. Dann 7 km (anderthalb Mal) zum Hidden Lake Overlook, plus Kleinzeugs.
  • 14.7., 7,24 km. Transitionstag zum Yellowstone, aber trotzdem mit einem Morgenspaziergang, um 7:30 Uhr morgens hatte ich schon meine ersten 5 km hinter mir! Den Rest habe ich dann auf dem Hintern gesessen, ok.
  • 15.7., Zwischenstand: 19,54 km. Größtes Stück war mit 13,1 km die Wanderung zum Lone-Star-Geysir und dann noch weiter, plus diverse Fumarolen, Mud Ponds, usw. im Yellowstone.

Mittelwert von 15,05 km pro Tag. Geschafft. War eigentlich nicht das was ich meinte, aber die Ziele muß man sich dann höher setzen. Vor allem muß ich noch einige stille Tage kompensieren, zwei Tage Rückflug und dann zwei Tage Rückfahrt nach Seattle. Uiuiui. Mal sehen.

Von den übergeordneten Gesamteindrücken mal zu Teilaspekten. Mit der Fotoauswahl wird es noch dauern, ich poste hier einfach Impressionen, da ist es wieder, das Wort, rein.

Olympic

Olympic National Park ist relativ groß (ungefähr drei Mal so groß wie Berlin), hat eine schöne Küste, einen Regenwald, der nicht tropisch sondern gemäßigt ist, schöne Berge, die ich nicht gesehen habe, und ein reiches Tierleben. Und im Juli blühen diverse Wildblumen. Und mein Zelt ist wasserdicht.

Schöne Landschaften gibt es auch abseits der Nationalparks, hier z.B. beim Sonnenaufgang auf dem Weg zur nächsten Station, dem Glacier-Nationalpark.

Glacier

Im Glacier-Nationalpark mußte ich am zweiten Tag erstmal eine Reifenpanne verarbeiten, die am Abend des ersten Tags auftauchte.  Ein Nagel steckte im Reifen, ich habe es, argwöhnlich die Luftdruckanzeige beachtend (Warnung war schon an) in das erste Städtchen abseits von West Glacier geschafft, wo es on-the-fly repariert wurde. Das kostete komischerweise nur 10 Dollar. Ich hätte auch 100 bezahlt, aber man beklagt sich nicht.

Ansonsten viel gewandert und viel gesehen. Viel Nebel, viel Aussichten, viele Tiere, viele Pflanzen. Und mein Zelt ist wasserdicht.

Donnerstag ging es weiter. Beim Zeltabbauen am Rising-Sun-Campground bemerkte ich, wie jemand an meiner Campsite vorbei durch den Wald streifte. Dabei waren die offiziellen Klos durchaus sauber. Ich ignorierte ihn, soll er halt machen, auch wenn ich mich über die Privatsphäre ärgerte. Aber irgendwas war komisch, und ich schaue irgendwann hin, und da schaut mich ein Bär an. Im Gegensatz zu Alaska blieb ich komischerweise ruhig. Mein erster Gedanke war “Ist wohl ein Schwarzbär”, anhand der Körperform. Mein zweiter Gedanke war “Scheiße, ich habe keine Kamera dabei”. Also schnell zum Auto, aber dann war der Bär weg. 🙁 Das Foto wäre aber eh nicht toll geworden, nur ein dokumentarisches Kannste-Glauben-Foto, richtige Bärenfotos gibt es bei meinen Alaska-Postings. Ach Quatsch. Natürlich ärgere ich mich total. So ein Mist. Dann noch die Rangerin informiert, sie war aber entspannt. Das ist eine Schwarzbärin, die wohl öfter durch die Gegend streift, aber nichts Schlimmes tut. (Und Schwarzbären sind ja weniger dramatisch als Grizzlys.) Insofern nochmal weniger schlimm, aber immer noch Quatsch, kein Foto, argh!

Yellowstone

Wie dem auch sei, es ging zum Yellowstone, eine lange Fahrt, aber durchaus schön. Im Yellowstone war ich zuletzt 2007, und das waren auch meine letzten Tage mit einer Analogkamera, unmittelbar danach, beim Zwischenstopp in Las Vegas auf dem Weg zum Grand Canyon, kaufte ich mir meine erste DSLR.

Dieses Mal war ich aber zum ersten Mal bei Sonnenaufgang im Yellowstone, und mensch, ist das schön. Es ist morgens kalt (wir reden von Temperaturen um 3 °C), dann gibt es diverse warme Sachen die kondensieren und schönen Wasserdampf erzeugen. Darauf das Morgenlicht – schön.

Und natürlich gibt es im Yellowstone auch das ein oder andere Tierchen.

So weit der Zwischenstand. Updates werden sicherlich folgen.

2 thoughts on “The Story so far – Nordwest-Nationalpark-Tour

  1. omnia bene fient

    Schön, dass Du wieder schreibst! Interessant und amüsant wie immer und nebenbei sehr schön illustriert 🙂
    Das Schuhproblem habe ich übrigens auch, was mich natürlich auch nicht davon abhält, ab und an in Turnschuhen/Laufschuhen/leichten Wanderschuhen ins Hochgebirge zu gehen … Deine These kann ich damit indirekt bestätigen.
    Deine Regenthese werde ich hingegen nicht kommentieren. Bis auf: Wenn die sich bestätigen würde, dann kenne ich ganze Staaten, die Dich gern jederzeit aufnehmen würden 🙂

    1. André Leopold Post author

      Inzwischen ist das Wetter ganz gut. Zu gut, wandern im prallen Sonnenschein bei 29 °C ist auch nicht so dolle. 🙂

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