Drei Mal Drei Zinnen, und weiter zur Seiser Alm

Ich bin ein bißchen hinten dran, aber so ist eben im verpflichtungslosen Urlaub. Ich hole jetzt auf, vom Abschluß in Cortina bis zur Seiser Alm. Am letzten Tag in Cortina ging es zum Sonnenaufgang eben noch einmal zu den Drei Zinnen. Es ist einfach sehr schön dort, und auch weiterhin konnte man es ganz für sich alleine genießen. Mir zwar total unverständlich, aber geschenkten Gäulen und so weiter. Als besonderes Schmankerl überraschte ich auf dem Rückweg eine Gruppe Murmeltiere, die sich auf dem Weg sonnten und bei meinem Näherkommen nicht wirklich weit reißaus nahmen. Ein paar Bilder folgen.

Dann zurück zum Hotel, frühstücken, auschecken und los. Als Wanderung für den Donnerstag hatte ich mir die Umrundung der Tofona ausgeschaut, eine verlockend klingende Wanderung. Verlockend war sie, insbesondere was den Lockruf des Durstes betraf, der mich immer stärker ereilte, nachdem meine ursprünglich mitgenommenen Getränke alle waren. Dass aktuell die Hütten noch nicht auf haben, ist keine Hilfe. Landschaftlich wunderschön, beginnt man mit einem steilen Anstieg, bis es kurz hinab geht zum Rifugio Giussani auf knapp über 2.500 m. (Die genaue Höhe variiert je nach Quelle, am bescheidensten sind meine eigenen Logs, die als maximale Höhe 2.569 m angeben, also nehme ich die.) Im Anschluß geht es durch Geröll bergab, wenn man unter Geröll hausgroße Gesteinsbrocken versteht. Super beeindruckend, und es geht weiter am Berg entlang. Zum Teil recht steil, und zum Teil mit fragwürdigen Entscheidungen darüber, wo man Drahtseile zum Festhalten anbringt und wo nicht.

Dann folgte kurze Verwirrung, also sowohl die oben verlinkte Routenbeschreibung als auch meine Openstreetmap-Daten einen Weg zeigten, der definitiv nicht da war. Ich lief erst vorbei, ging dann sogar zurück. Entweder verschüttet, oder da war nie einer. Sehr bizarr. Ich ging dann weiter, so wie ich dachte, und konnte schlußendlich auch den Fluß überqueren und mit dem zweiten Teil der Umrundung beginnen. Hier schlug auch das oben erwähnte Durstthema zu, so daß ich etwas tat, was ich sonst nie tue: Ich füllte meine Flasche im Bergbach auf. War natürlich Teil eines Risk Assessment, bachaufwärts erwartete ich kein verunreinigenden Elemente, keine Tiere, die Hütte noch nicht offen, und der Durst war zu groß. Und bis jetzt, zum Zeitpunkt des Schreibens dieses Beitrags, sind zwei Tage vergangen, und toi toi toi, alles okay. Es ging im Folgenden wieder lange bergauf, und dann quer zurück zum Ausgangspunkt. Sehr schön, insgesamt 18,2 km und 1.450 m im Aufstieg.

Weiter mit dem Auto zur Seiser Alm, wo ich problemlos ankam und ein schönes Zimmer bezog mit toller Aussicht auf die Langkofel-Gruppe und den Schlern. Ich muß zugeben, daß ich die Seiser Alm bisher nie auf dem Schirm hatte als Bergwandergebiet. Zu langweilig erschien es mir. Jetzt, am Ende des zweiten vollen Tages, muß ich das komplett revidieren. Sehr schöne Touren starten von hier, zum Beispiel die zum Schlernhaus, die ich gleich am Freitag machte. Auch wieder 18,7 km, 798 m im Aufstieg, geht es erst über die schön blühende Alm, und dann steil nach oben, bis man vom Schlernhaus eine tolle Sicht nach Süden hat. Das fand ich besonders schön, denn dort sieht man die Westseite des Rosengartens und sogar direkt die Kölner Hütte, in der ich vor zwei Jahren übernachtete mit Blick eben auf den Schlern. So langsam kann ich alle Gebiete miteinander verbinden.

Ich habe mich auch wieder mit Zeitrafferaufnahmen probiert, im Beispiel der Langkofel.

Heute ging es nun weiter, hinauf zur Tierser-Alpl-Hütte. Einfach, weil ich den Namen so lustig finde. Technisch vergleichbar mit dem Aufsteig zum Schlern, erst normal über die Alm, und am Schluß steil bergauf, wurde man wieder man wieder mit tollen Aussichten verwöhnt. Und das Angebot oben – nicht schlecht. Weine, Essen, das sah alles gut aus. Ich blieb trotzdem alkohol frei, aß aber einen Naturjoghurt mit Preiselbeeren. Hochgradig lecker! Runterwärts ging es eine leicht andere Route, die auch mit tollen Aussichten glänzen konnte. Alles in allem eine schöne Wanderung.

2 thoughts on “Drei Mal Drei Zinnen, und weiter zur Seiser Alm

  1. omnia bene fient

    Und Du hast kein einziges Wort über das offensichtlich perfekte Wetter verloren … Und das will schon etwas heißen: Hier hatten wir häufig eine Mischung zwischen grau in grau und norddeutschem Monsun.

    1. André Leopold Post author

      Dann war es bei euch wohl spektakulärer. 🙂 Hier war es anfangs extrem regnerisch, aber dann okay. Meckern könnte man ja immer, über zuviel Wolken, über zuwenig Wolken (blauer Himmel = langweilige Fotos) usw.

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